Der Bürgerverein der Südweststadt

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Der Bürgerverein der Südweststadt wurde 1896 gegründet, als sich das neue Stadtviertel noch im Aufbau befand und sich südlich der Gartenstraße rasch ausdehnte. Die Menschen, die sich in der „Schremppschen Bierhalle“ (heute alter Brauhof) versammelten, waren motiviert, sich in dieser rasanten Entwicklungsphase gegenüber der Stadtverwaltung Gehör zu verschaffen. Eine unmittelbare Aufgabe war es außerdem, sich an der Organisation der Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag von Großherzog Friedrich I. mit Veranstaltungen im Stadtteil zu beteiligen.

In den folgenden Jahren gab es große Veränderungen in der gesamten Stadt und insbesondere in der Südweststadt, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem vollständigen Abbau der durch sie verlaufenden Eisenbahnlinien ihren Höhepunkt fanden. In den neu frei gewordenen Gebieten sollte der Bau von Wohnungen und Infrastrukturen organisiert werden, und die Bürgervereine beanspruchten ihre Rolle als Sprachrohr für die Interessen des Stadtteils.

Die Bewegung des Bürgervereins setzte sich ununterbrochen bis 1936 fort, als mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus die Vereine zu bloßen Sprachrohren des Regimes degradiert wurden und sich als solche auflösten. Die Bewegung lebte erst Anfang der 50er Jahre wieder auf, als die Bürgervereine auch dank des damaligen Bürgermeisters Klotz, der fest an die Rolle dieser Vereine als Sprachrohr der Nachbarschaftsinteressen und privilegierte Partner der Stadtverwaltung glaubte, neu gegründet wurden.

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