Planung in den letzten Zügen  

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Die Umgestaltung der Kreuzung zwischen Brauer/Reinhold-Frank-Straße und der Kriegsstraße nimmt Gestalt an. Der Knotenpunkt im Nordwesten der Südweststadt wird ab 2026 umgestaltet.

In Gemeinderat und Stadtplanungsausschuss gab es dabei unterschiedliche Meinungen zur Umsetzung der Kreuzung. Einig war man sich, dass die Verkehrssicherheit erhöht werden soll, über die Umsetzung wurde jedoch gestritten.

Während insbesondere Vertreter des Radverkehrs sich eine Schutzkreuzung nach niederländischem Vorbild gewünscht hätten, wollten die Planer der Stadt keine Experimente wagen und befürworteten eine herkömmliche Kreuzung mit Radstreifen in Mittellage. Diese sind in Deutschland der Standard und kommen auch in Karlsruhe vielerorts zum Einsatz. Am Ende konnten sich die Planer durchsetzen und gebaut wird nun wohl nach dem gewohnten Konzept.

Das Bündnis Fuß- und Radentscheid kritisierte diese Entscheidung, da Radstreifen in Mittellage durch ihre Nähe zum motorisierten Verkehr als weniger sicher angesehen werden. Behindertenverbände wiederum begrüßten das Ergebnis der Verhandlungen, da die Schutzkreuzung mehr Querungen für Fußgänger bedeutet.

Die Schutzkreuzung nach niederländischem Vorbild führt die Radfahrstreifen baulich getrennt von den Spuren für den motorisierten Verkehr. Dadurch treffen Rad- und Autoverkehr beim Abbiegen senkrecht auf einander, was die gegenseitige Sichtbarkeit erhöht. Befürworter dieser Kreuzungsform führen vor allem Verkehrssicherheit als Argument für deren Bau an, durch die bauliche Trennung und die geänderte Verkehrsführung käme es zu weniger Unfällen bei Abbiegevorgängen. Während diese Kreuzungsform in den Niederlanden bereits regelmäßig eingesetzt wird, wartet Deutschland noch auf eindeutige Ergebnisse in Studien zur Sicherheit.

Im Stadtplanungsausschuss wurden kurz vor Weihnachten noch einmal letzte Änderungswünsche eingebracht. Dabei ging es vor allem darum, die Verkehrsführung zwischen Rad- und KFZ-Verkehr besser zu trennen, auch wenn keine Schutzkreuzung umgesetzt wird. Auch der Bürgerverein sprach sich gegenüber dem Gremium für stärkeren Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmer aus. Konkret hieß es im Antrag, dass eine “Überprüfung, ob der derzeit geplante Radfahrstreifen in Mittellage an den Fahrbahnrand verlegt werden kann” durchgeführt werden solle. Eine Verkehrssimulation soll nun zeigen, ob dies mit den bisherigen Planungen vereinbar ist. Ergebnisse werden im Frühjahr erwartet.

Sollte der Artikel Änderungen im Vergleich zu dem im Bürgerheft erschienenen Artikel enthalten, wurden Fehler korrgiert oder neuere Informationen berücksichtigt.

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